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Der Aufstieg und Fall der Anti-Vivisektionskampagne «Stop Huntingdon Animal Cruelty»: Eine systemtheoretische Analyse

Lara Biehl, 08.03.2022

Stop Huntingdon Animal Cruelty, kurz SHAC, war eine dezentral organisierte und vor allem in den USA und Grossbritannien aktive Anti-Vivisektionskampagne. Die SHAC Kampagne richtete sich gegen «Huntingdon Life Sciences» (HLS), ein international tätiges Auftrags-Tierversuchslabor. SHAC wurde 1999 gegründet und war eine der erfolgreichsten Kampagnen innerhalb der Tierbefreiungsbewegung. Durch spezielle Formen der Kommunikation und Organisation gelang es SHAC-Aktivist:innen, HLS, vor allem durch verdeckte und illegale Methoden, beträchtlichen finanziellen Schaden zuzufügen und das Labor kurz vor den ökonomischen Zusammenbruch zu bringen. Die Erfolgswelle von SHAC kam zum Einsturz, als 2006 mehrere Aktivist:innen zu Haftstrafen verurteilt wurden. Wie konnte sich eine aus autonomen Zellen bestehende und führungslose internationale Gruppierung so effizient organisieren? Was führte zum relativ abrupten Zusammenbruch von SHAC – einer vorerst so siegreich erscheinenden Bewegung? Niklas Luhmanns Systemtheorie, insbesondere seine Verbindung von System und Kommunikation, kann als Werkzeug genutzt werden, um diesen Fragen nachzugehen und sie historisch aufzuschlüsseln. Luhmanns Konzept der Selbstreferentialität bietet einen Weg, um einerseits zu erklären, wieso SHAC sich im Gegensatz zu anderen Tierrechtsbewegungen radikalisiert hat und weshalb die systeminterne Kommunikation mitunter Grund für Erfolg und Niedergang der Bewegung war.

Grundbegriffe der Systemtheorie Luhmanns

1. Ein System ist die Differenz von System und Umwelt

Was versteht Luhmann unter «System»? Luhmann definiert Systeme in Abgrenzung zu ihrer Umwelt. Der Begriff der Differenz bezeichnet einen Unterschied zwischen System und all dem, was es nicht ist. Durch die Differenzierung des Systems zu seiner Umwelt, kann es eine Identität herstellen – indem es beobachtet, welche Strukturen, Elemente und Funktionen für es typisch ist.1 Der Kern von Luhmanns Systemtheorie ist das Konzept der Autopoiesis bzw. der Selbstreferenz oder der Selbstreproduktion von Systemen. Autopoiesis ist eine notwendige Eigenschaft, die Systeme haben müssen, um als solche klassifiziert werden zu können.2

Genau wie biologische Systeme uns helfen, Informationen zu verarbeiten und spezifische Reize zu filtern, um nicht überflutet zu werden, helfen uns auch soziale Systeme Komplexität zu reduzueren, Informationen zu filtern, zu verarbeiten, verschiedene Funktionen wahrzunehmen und Kontrolle herzustellen. Das politische System erledigt politische Aufgaben, das wirtschaftliche System befasst sich mit wirtschaftlichen Fragen und Problemen. Autopoiesis besteht nun, wenn Systeme, z.B. das Rechtssystem, sich selbst produzieren und erhalten. Reize aus der Umwelt, so wie moralische Normen, können zwar vom Rechtssystem aufgenommen werden, aber sie erreichen nur durch systeminterne Prozesse rechtlichen Charakter.3 Systeme sind deshalb rekursiv – das Rechtssystem bezieht sich immer auf seine eigenen Operationen (z.B. Entscheide, Regeln oder Urteile) und entscheidet aufgrund dieser oder schafft aus vorangegangenen Operationen neue Operationen des gleichen Typs.4

Luhmann fasst diese autopoietische Operation von Systemen unter den Begriff der operativen Geschlossenheit. Systeme müssen aber auch zu einem gewissen Grade «offen» für Umweltfaktoren sein.5

Zusammenfassung: Die Funktion von Systemen ist die Reduktion von Komplexität. Durch die System/Umwelt Differenz können Systeme sich von anderen Systemen bzw. ihrer Umwelt abgrenzen und verstehen, welche Prozesse und Strukturen systemtypisch sind. Dies führt dazu, dass Systeme Abhängigkeiten und Reize aus der Umwelt durch Selbstregulation verarbeiten und ihre Strukturen gegebenenfalls nach ihrer eigenen Logik reproduzieren.

2. Kommunikation und strukturelle Koppelung

Nun wird ersichtlich, weshalb Luhmann Systeme nicht als die Summe von Handlungen einzelner Menschen betrachtet. Menschen können Teil verschiedener Systeme sein, aber Systeme bestehen aus Operationen, die im System herrschen und teils über viele Generationen bestehen bleiben und sich reproduzieren.6 Auch soziale Systeme brauchen – genau wie jedes andere nicht-soziale System – einen Operationsmodus. Der Operationsmodus von lebenden Systemen sind biochemische Vorgänge, derjenige von psychischen Systemen Gedanken und Gefühle und soziale Systeme, so Luhmann, operieren durch Kommunikation.7

Auch Kommunikation ist autopoietisch: politische Kommunikationen beispielsweise, schliessen an politische Kommunikationen an.8 Luhmann definiert Kommunikation als das Teilen und Verstehen von Informationen. Sie ist eine Synthese dreier Selektionen: Information («selektiver Ausschluss anderer Informationen»), Mitteilung («das System hätte auch anderes mitteilen können»)9 und Verstehen («es muss zukünftig wieder an die Kommunikation angeknüpft werden können»).10

Folglich besteht Kommunikation nicht aus Sprechakten, sondern ist «Prozessieren von Selektion».11 Kommunikation als Operationsform und deren rekursive Vernetzung, das heisst ihr Bezug auf die Systemgeschichte und die eigenen Vorstellungswelten, erzeugt soziale Systeme.12 Auch hier mag ein Beispiel helfen: Der Begriff der «Filterblase» bezeichnet die Abschottung verschiedener Gruppierungen zueinander durch die selektive Aneignung von Informationen und durch wiederholten internen Zuspruch zwischen Mitgliedern. Das System «Republikaner» beispielsweise wird von einigen als solche Filterblase bezeichnet, da es sich in seiner Kommunikation stark auf sich selbst bezieht und an vorangegangene eigene Prozesse andockt. Durch diesen Rekurs auf sich selbst, verfestigt sich die Grenze des Systems zu seiner Umwelt und das System reagiert weniger auf «umweltliche» Irritationen (Offenheit für Kritik, Akzeptanz/Adaption anderer Meinungen). Da die Kommunikation von Systemen selbstreferenziell ist, kann auch erklärt werden, weshalb empirische Daten aus der Umwelt, wie zum Beispiel Statistiken zur Migration oder Kriminalitätsraten, von verschiedenen Systemen ganz anders interpretiert werden und folglich daraus andere Schlüsse – nämlich solche, die der Logik des Systems und der vorangegangen Kommunikation entsprechen – ziehen.13 Das heisst, dass das System «Republikaner» mit grosser Wahrscheinlichkeit eine bestimmte Information zu Migrationstatistiken auswählt (z.B. dass Migrant:innen der Grund für ansteigende Kriminalität ist) und diese mit der Intention mitteilt, dass zukünftig wieder daran angeknüpft werden kann (in der Verfolgung einer konservativen Einwanderungspolitik).

Systeme stehen immer in Beziehungen zu anderen Systemen, die andere Funktionen wahrnehmen. Ein Beispiel für eine strukturelle Koppelung ist der Vertrag, der eine Koppelung zwischen den Systemen «Wirtschaft» und «Recht» darstellt oder Universitäten, die eine Koppelung der Systeme «Erziehung» und «Wissenschaft» sind. Die gekoppelte «Gegenstand», also zum Beispiel der Vertrag, nutzen die jeweiligen Systeme verschieden für ihre Autopoiesis. Die Wirtschaft kann durch Verträge die Information einsehen, wer Eigentümer oder Nicht-Eigentümer bestimmter Güter ist und diese Information ist essenziell für die Operationsform des Wirtschaftssystems. Das Rechtssystem wiederum kann aus den Informationen, die ein Vertrag beinhaltet, feststellen, ob jemand Eigentümer einer bestimmten Sache ist und gegebenenfalls, wenn die Antwort negativ ausfällt, rechtliche Schritte und Sanktionen einleiten. Die beiden Systeme müssen sich auch aufeinander verlassen können: Eine Transaktion beispielsweise, wird vom Wirtschaftssystem als einen Tausch von Waren oder Leistungen gegen Geld betrachtet. Das Rechtssystem sieht in dieser Transaktion einen Vertrag von Gläubiger und Schuldner. Nur, wenn das Rechtssystem diese Transaktion als Vertrag definiert, kann das Wirtschaftssystem gewisse Transaktionen ermöglichen und wenn das Wirtschaftssystem Transaktionen ausführt, kann das Rechtssystem, das sie als Verträge interpretiert, seine Autopiesis fortsetzen. Für beide Systeme ist die strukturelle Koppelung in diesem Falle gewinnbringend im Hinblick der Förderung eigener autopoietischer Vorgänge.14

Protestsysteme, wie SHAC, entstehen, wenn ein «Nein» an ein anderes System kommuniziert und somit dessen beobachtete Selektion an Entscheidungen abgelehnt wird, mit der Forderung, dass das negierte System seine Entscheidungen evaluiert und zukünftig verändert.15

Tierbefreiung ohne Kompromiss: Differenzierungsgeschichte, Gründung und Radikalisierung

Die SHAC Kampagne wurde von drei aus Grossbritannien stammenden Tierrechtsaktivist:innen gegründet, die schon vor SHAC gegen HSL und andere Tierversuchslaboratorien protestierten.16 Mindestens zwei wichtige Momente haben zu der Entstehung von SHAC beigetragen: Einerseits führte die Veröffentlichung verdeckter Videoaufnahmen aus einem HLS Labor, die unter dem Namen «A Dog’s Life» auf Channel 4 TV, 1997 in Grossbritannien ausgestrahlt wurden, zu einem Aufschrei in der Bevölkerung und dem Wunsch nach Handlungsbedarf.17 Die Aufnahmen zeigten nicht nur die brutalen und unnötigen Versuche, die an Tieren durchgführt wurden, sondern auch wie das Personal Hunde geschlagen und misshandelt hat. Auf die öffentliche Empörung folgten von PETA organisierte Proteste gegen HSL, die aber schnell wieder zum Stillstand kamen, weil HSL mit Strafanzeigen drohte.18 Der zweite wichtige Faktor war die Beobachtung und Adaption erfolgreicher Protestformen: Die britische Hillgrove Cat Farm und die Consort Kennels – Zuchtbetriebe für Labortiere – wurden durch aggressiven, teils illegalem über insgesamt 3 Jahre andauernden Protest, 1998 und 1996 geschlossen. Greg Arvery und Heather James, die Gründer von SHAC, waren Mitveranstalter dieser Proteste.19

1999 übernahm SHAC die Kampagne gegen HSL. SHAC war eine Antwort auf die Ineffektivität gewisser vorangegangener Aktionsformen und das Resultat der Reproduktion von erfolgreichen. Im Gegensatz zu den dem Tierschutz verschriebenen Organisationen, nahm SHAC eine abolitionistische Haltung ein, die die kompromisslose Befreiung der Labortiere forderte und lehnte jegliche nicht-abolitionistische Reformen ab, was zu einer weiteren Radikalisierung des Protestverhaltens führte.20 SHAC sollte gemäss Luhmann somit nicht als komplett neues System, sondern als eine Erweiterung eines Protestsystems betrachtet werden, das Arvery, James und viele andere Aktivist:innen bereits durch die Schliessung der Consort Kennels hervorgerufen hatten. SHAC hatte insofern eine komplexitätsreduzierende Funktion, indem der gesellschaftliche Aufschrei gegen HLS kanalisiert, vereint und fruchtlose Taktiken ausdifferenziert wurden.

Die vorangegangenen Erfolge gegen Hillgrove und Consort Kennels führten ausserdem zur Erkenntnis, dass HLS nicht durch den Appell an moralische Werte gestoppt werden kann. Durch Beobachtung des gegnerischen Systems identifizierte SHAC die Logik dessen als eine allem voran finanzielle und kapitalistische und richtete sein Protestverhalten danach aus, diese Logik zu stören. Das heisst, das Protestsystem identifizierte HLS nicht als Teil des Wissenschafts-, sondern des Wirtschaftssystems, da HLS vor allem ein Dienstleister war, der Aufträge von verschiedenen Firmen oder Institutionen entgegennahm und die gewünschten Versuche an Tieren tätigte. Arvery meinte: «Businessmen don’t care about ethics; all they care about is profit. They don’t make ethical desicions, they make financal ones»21 Dies wurde der Leitgrundsatz von SHACs Operationalität gegen HLS. Wenn HLS die Zugänge zu finanziellen Mittel gekappt werden kann, so wäre das System gezwungen, seine Operationsform zu ändern.

SHAC-protest

Systeminterne und externe Protestkommunikation: SHACs Erfolgsstrategie

Protestkommunikation besteht aus mehreren Aspekten. Interne Protestkommunikation bezeichnet die systeminterne Selektion von Kommunikation, an die wieder angeknüpft werden kann. Externe Protestkommunikation existiert dann, wenn ein Protestsystem nach aussen – das heisst gegen denjenigen, von dem es Veränderung erwartet, kommuniziert.22

(1) Autopoiesis und systeminterne Kommunikation

Luhmann ist der Meinung, dass die Einheitsbildung von Systemen operativ über Kommunikation zustande kommt und sich ständig reproduziert, indem das System auf die Systemgeschichte und seine Vorstellungen rekursiv Bezug nimmt.23 SHAC war dezentral und führungslos und nutzte deshalb ein Modell der systeminternen Kommunikation, das vor allem auf der Publikation von Informationen beruhte, um sich zu organisieren. Das wichtigste Tool für SHAC war das Internet, das die Kommunikation zur Aussenwelt sowie zur systeminternen Innenwelt regelte. Im Fokus war dabei die SHAC-Website, Newsletter und Mails, die zwei essenzielle Kommunikationsfunktionen wahrnahm. Einerseits selektierten die Betreiber:innen der Website Informationen, die sie von Aktivistengruppen oder anderwärtigen Alliierten erhielten und publizierten sie öffentlich. Diese Informationen bestanden aus Standortsangaben, sensiblen Daten von Zielpersonen, die bei HLS arbeiteten und Informationen über Personen und Unternehmungen zu denen HLS in finanzieller Abhängigkeit stand.24 Andererseits diente die Website auch als Aktivistenpresse, um vergangene Aktionen zu dokumentieren. Andererseits diente die Website auch als Aktivistenpresse, um vergangene Aktionen zu dokumentieren.

Diese Kommunikationsstrategie ermöglichte die Herausbildung zweier Aktivistenflügel: einen moderaten und einen radikalen. Die publizierten Informationen wurden für legale Aktionen, wie das Organisieren von Demonstrationen, bewilligten Versammlungen vor Privateigentum, Telefonanrufen, etc. genutzt sowie für illegale Aktionen, die von anonymen, autonomen Netzwerken durchgeführt wurden. Vor allem die Entwicklung der illegalen Operationsweise ist durch die gewollte Zentralisierung von Informationen erklärbar. Untergrundgruppen wie die Animal Liberation Front (ALF) bestehen aus losen Aktivistenzellen, die autonom und selbstbestimmt agieren. Ähnlich wie SHAC operiert die ALF führungslos und die Dachorganisation bestimmt lediglich, welche Kriterien erfüllt sein müssen, damit eine Aktion als ALF-Aktion gilt.25 Die Struktur von SHAC eignete sich deshalb gut, Untergrundsysteme wie die ALF zu integrieren. Weil SHAC offenliess, wie Proteste zu halten sind und kein zentrales Komittee sie organisierte, konnten Direct-Action-Gruppierung sich effizient einschleusen, obwohl in die Kommunikationskanäle nur minimalen Aufwand und Ressourcen eingegeben werden musste.26

Der autopoietische Aspekt der Kommunikation fand wiederum Ausdruck in der Veröffentlichung von vergangenen Aktionen. Anonyme Untergrundaktionen konnten zum Beispiel anhand der laufend publizierten Aktionsgeschichte gewisse Ziele, die bereits durch legale Aktionen (Proteste, Massenmailing, Telefonanrufe) angegriffen wurden, zusätzlich verstärken, wieder aufgreifen und somit den Druck erhöhen. Umgekehrt konnte die ALF essenzielle und sensible Informationen auf illegalem Wege einholen und der SHAC Website zur Publikation zusenden, deren Veröffentlichung dann wieder zu legalen oder illegalen Aktionen geführt hat. Verschiedene Protestteilnehmer:innen agierten somit autonom und trugen durch ihre Aktionen zur Selbstreferentialität des Systems bei. Diese Art der Selbstreferentialität hatte einen weiteren strategischen Nutzen – jede Konfliktbeziehung von Systemen hat nach Luhmann zur Folge, dass die langandauernde Verneinung der Entscheidungen eines anderen Systems, eine Antwort dessen provoziert.27 Vor allem wegen dem Gebrauch von illegalen Methoden fiel SHAC in den Radar von an HLS strukturell gekoppelten Systeme – so wie das Rechts- und Polizeisystem. Durch die losen oder nicht vorhandenen Verbindungen zwischen Aktivistenzellen und den Autor:innen der Website, wurde anderen Systemen die Beobachtung von internen Vorgängen in SHAC genommen und ihr Vorgehen durch die autopoietischen Aspekte unberechenbar. Dieser Aspekt wird klarer, wenn man sich die externe Protestkommunikation anschaut.

(2) Externe Protestkommunikation, Protestverhalten und der Einfluss auf die gegnerischen Systeme

Der Erfolg von SHAC zeigt sich darin, dass SHAC in der Lage dazu war, die Schwachstelle des gegnerischen Systems ausfindig zu machen. Wie bereits erwähnt, war HLS allem voran ein Dienstleister und auf Kredite und Versicherungsunternehmen angewiesen. SHAC identifizierte die operationale Logik von HLS und seinen Kunden und Versorgern in der Leitdifferenz «Geldfluss/kein Geldfluss».28 Die Aktivist:innen erkannten deshalb, dass HLS allein anzugreifen nicht ausreicht, da HLS bereits Systemerfahrung mit Anschlägen von Anti-Vivisektionsbewegungen hatte und darauf antworte, indem erhöhte Sicherheitsmassnahmen eingeführt wurden oder mit rechtlichen Verfahren gedroht wurde.29 Durch die Identifizierung von Abhängigkeiten und strukturellen Koppelungen versuchte SHAC, HLS die systemerhaltenden Verbindungen zu entziehen. SHAC griff somit nicht nur direkt sein Primärziel an, sondern richtete die Aktionen gegen sekundäre Verbindungen, so wie Kunden, Lieferanten und Kreditgeber.

Illegale Aktionen der ALF übten durch Ökosabotage (Sachbeschädigung, Brandstiftung, Einschüchterung und Bestechung) oder durch die Beschaffung von belastendem Beweismaterial (heimliche Aufnahmen, geleakte Informationen) finanziellen Druck auf Zielfirmen aus.30 Der Einfluss, der die ALF bzw. das im Untergrund agierende Subsystem hatte, darf nicht unterschätzt werden. Viele mit HLS assoziierte Systeme fühlten ihre Existenz durch SHAC bedroht und wollten nicht riskieren, selber Opfer von Ökosabotage zu werden, was zu einer Distanzierung von HLS führte.31 An der Oberfläche agierende Gruppen wiederum nutzten beispielsweise durchgehende Telefonanrufe oder Serienbriefe, um die Kommunikation im gegnerischen System zu stören. Legale Proteste und ziviler Ungehorsam übten weiteren gesellschaftlichen und repräsentativen Druck aus und hatten eine destabilisernde Wirkung auf an HLS strukturell gekoppelte Systeme, da Protestierende wochenlang vor deren Unternehmungen demonstrierten und mit Riesenplakaten, auf denen beispielsweise «Puppy Killers» stand, Passanten, Geschäftspartner und Medien beeinflussten und abschreckten.32

Die Kombination aus (1) und (2) formte ein für andere Systeme vorerst nicht durchschaubare Gefahr. Sie standen unter der Bedrohung, von Untergrundgruppen finanziell so stark geschädigt zu werden, dass dies verheerende Folgen auf deren Existenz hat und an der Oberfläche operierende Gruppierungen waren durch Disruptionen, Proteste, Störanrufe und -mails eine allem voran Image-schädigende Last. Bis 2003 hatte SHAC es geschafft, etwa 100 mit HLS affiliierte Firmen und Kreditgeber, darunter die Royal Bank of Scotland, zu zwingen, Geschäftsbeziehungen mit HLS aufzugeben.37) Die Umwelteinflüsse von SHAC wurden von HLS Partner so verarbeitet, dass sie kein Risiko eingehen wollten, folglich den Forderungen des Protestsystems nachgekommen sind und ihre internen Vorgänge an den äusserlichen Reiz angepasst haben.32

SHAC-poster

Das Ende eines Systems: Die destruktive Gefahr autopoietischer Konfliktsysteme

Luhmann geht davon aus, dass wenn Konflikte zwischen Systemen durch einen langandauernden und kommunikativen Widerspruch bestehen, der Konflikt selbst ein System wird, dessen Teilsysteme sich parasitär gegenüberstehen. Im Falle von SHAC bestand der Konflikt nicht nur mit HLS und die mit ihm korrespondierenden Firmen, sondern es bildete sich eine systemübergreifende Koalition gegen SHAC, in der vor allem das Staats- und das Justizsystem führend waren. Konfliktsysteme haben eine eskalative Tendenz, da die Konfliktkommunikation sich vor allem im gegenseitigen Benachteiligen, Schädigen und Zwingen ausdrückt und die Autopoiesis dieser Prozesse zur aggressiven Vernichtung einer Konfliktpartei führen kann.33 Luhmann geht davon aus, dass wenn Protestsysteme keinen Gewaltverzicht in ihre Operativität implementieren, das Konfliktsystem sich immer mehr zuspitzt, da die Gegenseite durch den Einsatz von Gewalt gezwungen ist, zu antworten und zurückzuschlagen, um sich am Leben zu erhalten.34

Der Untergang von SHAC kann mit diesen system- und konflikttheoretischen Überlegungen analysiert werden. Insbesondere Luhmanns Beobachtung, dass Gewaltverzicht von vielen Protestsystemen genutzt wird, um sich am Leben zu erhalten, ist essenziell. SHAC hat diesen Gewaltverzicht aufgrund seiner Selbstreferenzialität abgelehnt – ist aber dadurch einerseits in Konflikt mit dem Polizeisystem, dessen Funktion die Kontrolle der Wahrung von Gesetzen ist, und des staatlichen Systems, dessen Interessen SHAC geschadet hat, geraten. Vor allem das staatliche System, das stark strukturell mit dem Wirtschaftssystem gekoppelt ist, reagierte auf die illegalen ALF-Aktionen. SHAC hat den Schwachpunkt der Konfliktparteien in einer neoliberalen und kapitalistischen Logik identifiziert und effektiv Mittel eingesetzt, um die Systeme zu schädigen, was aber wiederum dazu geführt hat, dass auch die gegnerischen Systeme ihre Antworten auf die Bedrohung radikalisierten. Ein Beispiel für die Stärke der Koppelung von Staat und Wirtschaft kann daran festgemacht werden, dass die staatlich verwaltete «Bank of England» HLS finanzierte, als es kurz vor dem Ruin stand.35 2001, nachdem SHAC es geschafft hatte, fast alle essenziellen Einnahmequellen von HLS zu kappen und sich keine private Unternehmung mehr finden liess, die Partnerschaft mit HLS eingehen wollte, entschied sich das Staatssystem erstmals, HLS durch die «Bank of England», die bisher ausschliesslich staatliche Einrichtungen finanziert hatte, als Kreditgeber einzusetzen und HLS vor dem Zusammenbruch zu retten.36

Die Pharma- und die Biowissenschaftsindustrie sowie zahlreiche Unternehmungen, die von SHAC-Attacken betroffen waren, übten ab 2003 vermehrt Druck durch Lobbying auf die Regierung aus. Profite aus dem Pharmasektor waren zu dieser Zeit eine beträchtliche Einnahmequelle in Grossbritannien und Lobbygruppen drohten dem Staat, sich zukünftig an einem anderen Standort niederzulassen, wenn er das SHAC-Problem nicht in den Griff bekommen würde. Folglich versuchte die Polizei, in der 2004 gestarteten Operation Forton, Insiderwissen zu generieren und diejenigen, die für die systeminterne Kommunikation und Organisation verantwortlich waren, zu identifizieren und auszuschalten. Nicht nur SHAC arbeitete transnational. Den britischen und amerikanischen Geheimdiensten gelang es nach grossangelegter Zusammenarbeit, die sechs Personen, die die amerikanische Website von SHAC verwalteten, zu inhaftieren und mit 4 – 7 Jahren Gefängnis zu bestrafen. 2007 folgten Verhaftung von 7 SHAC Mitgliedern in Grossbritannien, die 4 – 11 Jahren Gefängnis erhielten. Dies verzeichnete den Anfang des Endes von SHAC. Indem die Polizei all diejenigen festnahm, die für die Weiterleitung von Informationen und die Betreibung der Website zuständig waren, wurde SHAC den Kommunikationskanal entzogen und die Aktivistenorganisation erstmals zunehmend ineffektiv.37

Staat und Justiz wollten den einzig sichtbaren Faktor im System auslöschen. Dies zeigt sich unter anderem in der Kriminalisierung der Aktivist:innen, die die Website betrieben, die unter Anklagen zur «Verschwörung» verurteilt wurden. Die Zugehörigkeit autonomer Gruppen zu SHAC war somit letztendlich auch ein Grund für den Niedergang der Bewegung. Genau weil die ALF als sysytemkonstituierend betrachtet wurde und die radikale Front bedrohlich für die Systemkoalition war, wurde ihre Bekämpfung unter anderem im Entzug der systeminternen Kommunikation lokalisiert.38 Kevin Jonas, ein SHAC-Aktivist, der in den USA zu 6 Jahren Gefängnis verurteilt wurde, interpretierte die harten Gegenmassnahmen als Hinweis darauf, dass die Regierung und der Unternehmenssektor erkannt haben, dass eine Bewegung wie SHAC nicht nur eine Bedrohung für Tierversuchslabore darstellt, sondern durch die Art ihrer Organisation und Taktik auch in der Lage sei, andere Systeme zu vernichten. Demnach hatte der Staat auch ein Interesse ein Exempel zu statuieren, um sich selbst zu schützen.39

Staatsrepressionsforscher:innen stellen eine ähnliche Vermutung auf. Das Justizsystem in den USA hatte keine rechtlichen Mittel die Betreiber:innen der SHAC Websiten anzuklagen. Im selben Jahr ihrer Verhaftung drückte das FBI und die Tierversuchslobby deshalb auf eine Erweiterung des Animal Enterprise Terrorism Act (AETA), die anschliessend genehmigt wurde. Der Ausbau von AETA hatte zur Folge, dass gewaltlose Proteste als Terrorakte interpretiert werden konnten, wenn sie hinreichend finanzielle Schädigung einer Einrichtung oder eines Unternehmens zur Folge haben. AETA war eine autopoietische Folge des Konfliktsystem, das den Höhepunkt einer eskalativen Dynamik darstellte. AETA war dazu in der Lage, die amerikanischen SHAC Mitglieder unter dem Anklagepunkt der «Verschwörung» zu verurteilen, obwohl das FBI keine Beweise für die Involvierung der Personen in Eigentumszerstörung oder illegalen Aktionen hatten.40 Dadurch, dass nicht nur gewisse Individuen, sondern SHAC als Organisation angeklagt wurde, waren die Konfliktparteien zusätzlich im Stande, die SHAC-Website in den USA dauerhaft auszuschalten und eine Wiederaufnahme zu verbieten.41 Da AETA sogar gewaltfreie und friedliche Proteste, die einem Ziel potentiell finanziellen Schaden zufügen können, als terroristische Akte interpreiteren kann, wurde auch dem moderaten Flügel ein Teil des Handlungsspielraumes entzogen.

AETA ist weiterhin im Anti-Terrorismusprogramm der USA integriert und richtet sich gegen anderen Direct-Action Systeme. Dies kann auch erklären, warum sich das Vorgehen des Justizsystems gegen ähnlich Protestsysteme, wie der ALF oder ELF (Earth Liberation Front) auch heute vermehrt radikalisiert und Aktivist:innen immer mehr und mit stärkeren Repressionen belegt werden.

Fazit

Anhand der Systemtheorie von Niklas Luhmann wurde zu beantworten versucht, wie SHAC entstanden ist, wieso das System auf radikale Taktiken setzte und was Kommunikation für eine Rolle im System spielte. Die erste Frage wurde beantwortet, indem die Differenzierungsgeschichte von SHAC rekonstruiert wurde und sich gezeigt hat, dass das System eine abolitionistische Logik implementierte und diejenigen Aktionsformen umzusetzen versuchte, die dieser systeminternen Logik Folge tragen konnten. SHAC ist ein gutes Beispiel, um das Konzept der Autopoiesis historisch zu fassen. Die interne Systemkommunikation nahm immer wieder auf sich selbst Bezug und ermöglichte es, dass viele verschiedene autonome Gruppierungen das System durch Kommunikation konstituierten. SHAC bestand aus losen Gruppen, die aber eine Einheit bildeten. Durch die Anwendung von Ökosabotage entstand ein Konfliktsystem mit einer gegnerischen Konfliktkoalition, die SHACs Kommunikationsfluss dermassen störten, dass das System Jahre später ganz zum Erliegen kam. AETA kann dabei als direkte Reaktion auf eine befürchtete Systembedrohung der Konfliktparteien interpretiert werden. AETA bot ein Tool, gegnerische, systeminterne Kommunikation nachhaltig zu beenden. Luhmanns Systemtheorie bietet hilfreiche Mittel, komplexe historische Zusammenhänge herunterzubrechen und Systemverhalten zu rationalisieren und zu konzeptualisieren. Was Luhmanns Theorie an sich nicht vermag, ist die kritische Deutung der Sachverhalte und es würde sich, wenn man es dennoch tun würde, ein düsteres Bild aus der hier erarbeiteten Erkenntnis ableiten: Nämlich, dass Staats-, Wissenschafts- und Justizsysteme den Schutz von Kapital in ihrer selbstreferenziellen Logik so sehr verinnerlicht haben und wieder darauf Bezug nehmen, dass der Schutz von empfindungsfähigen Lebewesen, seien es Menschen oder nicht-menschliche Tiere, bloss zweitrangig ist. Neben der Unfähigkeit der Systemtheorie die Handlungen einzelner Akteure (und auch deren Anteil an Verantwortung) miteinzubeziehen und zu bewerten, kann der hohe Abstraktionsgehalt der Theorie eine detailliertere Analyse verhindern und historische Prozesse trivialisieren.


  1. Luhmann, Soziale Systeme, S. 25, S. 35.
  2. Luhmann, Soziale Systeme, S. 31.
  3. Bolsinger, Eckard, Autonomie des Rechts? Niklas Luhmanns soziologischer Rechtspositivismus. Eine kritische Rekonstruktion, in: Politische Vierteljahresschrift, Bd. 43, Nr. 1, 2001, S. 3 – 29, hier S.5.
  4. Lippuner, Roland, Operative Geschlossenheit und strukturelle Kopplung. Zum Verhältnis von Gesellschaft und Umwelt aus systemtheoretischer Sicht, in: Geographische Zeitschrift, Bd. 98, Nr. 4 (2010), 194-212, hier S. 197., Luhmann, Soziale Systeme, S. 60., Bolsinger, Autonomie des Rechts?, S. 6.
  5. Ebd., S. 25, S. 52., Köbel, Nils/Breitenbach, Patrick, Soziopod Academics 005: Systemtheorie von Niklas Luhmann, 25.11.2019, 17:20 – 18:00, https://soziopod.de/2019/11/soziopod-academics-005-systemtheorie-von-niklas-luhmann/. (Abgerufen am 01.05.2020)
  6. Brodbeck, Karl-Heinz, Autopoietische Systeme und ökonomische Systeme: Anmerkungen zur Entgegnung von Niklas Luhmann, in: Zeitschrift für Politik, Bd. 39, Nr. 4, 1992, S. 36 – 439, hier S. 437.
  7. Willemse, Die Systemtheorie Watzlawicks und Luhmanns, S. 24.
  8. König, Tim, In guter Gesellschaft. Einführung in die politische Soziologie von Jürgen Habermas und Niklas Luhmann, Wiesbaden 2012, S. 35.
  9. Luhmann, Soziale Systeme, S. 194f.
  10. König, In guter Gesellschaft, S. 31., Luhmann, S. 129ff., S. 198.
  11. Luhmann, Soziale Systeme, S. 194.
  12. Lippuner, Operative Geschlossenheit und strukturelle Kopplung, S. 198., Brodbeck, Autopoietische Systeme und ökonomische Systeme, S. 437.
  13. Willemse, Theorie und Praxis des systemischen Ansatzes, S. 30.
  14. Lieckweg, Tania, Strukturelle Kopplung von Funktionssystemen „über” Organisation, in: Soziale Systeme, Bd. 7, Nr. 2, 1995, S. 267 – 289, S. 268ff.
  15. Luhmann, Soziale Systeme, S. 53., S. 238.
  16. Upton, Andrew, In Testing Times: Conducting an Ethnographic Study of UK Animal Rights Protesters, in: Sociological Research Online, Bd. 16, Nr. 4, 2001, S. 1 – 10, hier S. 3.
  17. Die Sendung wurde auf Youtube wiederveröffentlicht: Veganlondon, It’s A Dog’s Life – Undercover footage at Huntington Life Sciences, [YouTube] 28.06.2015, https://www.youtube.com/watch?v=zIwoFnXheq8&has_verified=1 (zuletzt besucht am 01.06.2020)
  18. Terwindt, Carolijn, When Protest Becomes Crime. Politics and Law in Liberal Democracies, London 2020, S. 204.
  19. Upton, Andrew, Go On, Get Out There, and Make It Happen, Reflections on the First Ten Years of Stop Huntingdon Animal Cruelty (SHAC), in: Parliamentary Affairs Bd. 65, 2012, S. 238–254, hier S. 234., Ellfsen, Rune, Relational dynamics of protest and protest policing: strategic interaction and the coevolution of targeting strategies, in: Policing and Society. An International Journal of Research and Policy, Bd. 28, Nr. 7, 2018, S. 751 – 767, hier S. 752.
  20. Ellefsen, Rune, Deepening the Explanation of Radical Flank Effects: Tracing Contingent Outcomes of Destructive Capacity, in: Qual Sociol, Bd. 41, 2018, S. 111–133, hier S. 118.
  21. Upton, Andrew, ‘Go On, Get Out There, And Make It Happen’, S. 244.
  22. Luhmann, Niklas, Soziologie des Risikos, Berlin/New York 1991, S. 136. Luhmann nennt diese Form der Protestkommunikation nicht selber «extern». Ich habe diese Unterteilung der Klarheit für den nächsten Teil wegen eingeführt.
  23. Luhmann, Soziale Systeme, S. 497., Brodbeck, Karl-Heinz, Autopoietische Systeme und ökonomische Systeme: Anmerkungen zur Entgegnung von Niklas Luhmann, in: Zeitschrift für Politik, Bd. 39, Nr. 4, 1992, S. 36 – 439, hier S. 437.
  24. Ellefsen, Rune, Judical Opportunities and the Death of SHAC: Legal Repression along a Cycle of Contention, in: Social Movement Studies, 2006, S. 2 – 16, hier S. 3f., Upton, Go On, Get Out There, and Make It Happen, S. 241.
  25. Upton, Go On, Get Out There, and Make It Happen, S. 245., 1. Tierbefreiung 2. Ökosabotage 3. Dokumentation der Zustände 4. Gewaltlosigkeit (Zerstörung von Eigentum zählt dabei nicht als Gewalt) 5. Veganer oder vegetarischer Lebensstil, siehe: Frequently Asked Questions About the North American Animal, Flükiger, Jean-Marc, The Radical Animal Liberation Movement: Some Reflections on Its Future, in: Journal for the Study of Radicalism, Bd. 2, Nr. 2, 2008, S. 111-132, hier S. 118f.
  26. Upton, Go On, Get Out There, and Make It Happen,.S. 241.
  27. Luhmann, Soziale Systeme, S. 531f.
  28. Luhmann, Niklas, Ökologische Kommunikation. Kann die moderne Gesellschaft sich auf ökologische Gefährdungen einstellen?, Wiesbaden 20044, S. 76.
  29. Ellfsen, Relational dynamics of protest and protest policing, S. 756.
  30. Garfinkel, Simson L., Leaderless Resistance Today, in: Peer-Reviewed Journal on the Internet, Bd. 8, Nr. 3, 2003, S. 1 – 18, hier S. 6.
  31. Ellefsen, Rune, Deepening the Explanation of Radical Flank Effects, hier S. 118ff.
  32. Trujillo, Horacio R., The Radical Environmentalist Movement, in: Jackson, Brian A., et. al., Aptitude for Destruction, Volume 2. Case Studies of Organizational Learning in Five Terrorist Groups, 2005, S. 141 – 175.
  33. Luhmann, Soziale Systeme, S. 531, S. 543.
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  41. Dolan, Kevin, Laboratory Animal Law: Legal Control of the Use of Animals in Research. Legal Control of the Use of Animals in Research2, Oxford 2017, S. 116.